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Kritiken zu „Schmitts letzter Fall“

Amazon Irene Haas

„Grandioser Abschluss der Ostratal-Trilogie um den Privatermittler Schmitt! Spannend und gleichzeitig ironisch-humorvoll verbindet Klimanski die Auseindersetzung um Neue Musik mit finnischer Musikgeschichte, den Versicherungsbetrug um wertvolle Streichinstrumente mit der Schließung althergebrachter Kulturinstitutionen und die intriganten Seiten des Kultursponsorings mit einer neolibertären Kunstpolitik. Daraus entwickelt sich ein ungewöhnlich informativer Kriminalroman, der letztlich keine Gewinner kennt. Schade nur, dass es wohl der letzte „Schmitt“ ist.

 

JPC anonym

Betrug und Mord in Musikmanagement und Verwaltung

Auch der dritte Fall des verschlampten, aber kultivierten Privatdetektivs Schmitt zeigt die genaue Kenntis des Musikbetriebs im Privaten, Organisatorischen, vor allem aber im verwaltungstechnischen Bereich. Sehr genau werden die einzelnen Personen, Sitzungen und Besprechungen, Intrigen und finanzielle Bedingungen charakterisiert und zumeist ironisch karikiert. Wer sich je in Gremien herumdrücken musste, erinnert sich mit Schmunzeln an die persönlichen Macken und das Karrierestreben hinter vorgeschobenen Fakten und an skurrile Anträge und Vorschläge und deren Befürwortung oder Ablehnung. Dem Autor hat das Recherchieren abgelegener historischer Fakten, musikwissenschaftlicher Artikel oder gar finnischer Stadtpläne offentsichtlich viel Freude gemacht – und noch mehr, ein paar erfundene „Fakten“ hineinzuschummeln.

Dieses kenntnisreiche Gewebe ist natürlich wichtiger als die Krimihandlung, die trotz der geradezu appetitlichen Morde (die nur durch die Wiederholung als solche erkannt werden) eigentlich nicht den Reiz des Buches ausmacht. Wer aber Freude an sozialen Abstufungen und genauer Beobachtung von Gehabe, Kleidung, Essen und Wohnambiente hat und zudem soviel Musikinteresse, dass ihn Diskussionen über die Gewichtung von Kammermusik versus Neuer Musik nicht nerven, wird gut unterhalten.

 

Amazon Kunde

Bei „Schmitts letztem Fall“ überschlagen sich die Ereignisse. Auf geschickte Weise hat der Autor die verschiedenen Handlungsstränge verwoben. Daneben lernt man einiges über moderne zeitgenösssische, ernste Musik und den kommunalen Kulturbetrieb. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Klimanskis bisher bester Roman!

 

Info-Netz-Musik  Claudia Niebel

Dass der pensionierte Kanzler einer deutschen Musikhochschule den Ruhestand dazu nützt, um zu schreiben, ist eine sehr ehrenwerte Sache und nötigt dem Leser durchaus Respekt ab. Der Autor hat mit seiner Titelfigur einen Detektiv installiert, der in diversen, als Trilogie konzipierten Kriminalfällen ermittelt (Schmitts Fall, Schmitts tiefer Fall, Schmitts letzter Fall), die nur sehr lose aufeinander rekurrieren und ohne wesentlichen Informationsverlust getrennt konsumiert werden können. Alle Verbrechen ereignen sich im Dunstkreis der sogenannten Hochkultur, die bei Lichte besehen so elitär gar nicht ist, da sie sich der Werkzeuge und Machenschaften ganz ordinärer Schwerkrimineller bedient. Man hat schon immer geahnt, dass auch die Akteure der öffentlichen Verwaltung mit kommunalpolitischem Filz, Vorteilsnahme, Korruption und mafiösen Strukturen zu tun haben und vor Erpressung, Betrug oder gar Mord nicht zurückschrecken. Schauplatz selbiger Ereignisse ist die fiktive Stadt Ostratal irgendwo in Süddeutschland und etwaige Ähnlichkeiten mit Freiburg, der Heimatstadt des Autors, sind weder auszumachen noch intendiert. Insofern ist Ostratal also auch eine Metapher für so ziemlich alles, was Strafverfolgungsbehörden entweder mit Argwohn beobachten und/oder als justiziabel einstufen. Doch auch die Hüter des Gesetzes in Ostratal sind mitunter mehr am eigenen Fortkommen als an der Wahrung von Recht und Ordnung interessiert …

Die Titelfigur Schmitt ist eigentlich kein richtiger Detektiv, eher das Gegenteil davon: Ein Antiheld, vom Pech verfolgt, immer einen Tick zu spät, bisweilen begriffsstutzig und vor allem unsagbar bequem. Sein Fall respektive seine Fälle sind durchaus doppeldeutig auch als Sturz zu verstehen, als Sinnbild für zwar aufgeklärte, aber aus der Perspektive des Ermittlers nicht unbedingt erfolgreich abgeschlossene Vorgänge. Letztlich ist es auch nicht etwa die berufliche Kompetenz, sondern die blanke Not, die Schmitt zu dieser Art des Broterwerbs treibt und die Aussicht, auf einen Schlag – Erfolg vorausgesetzt – eine satte Provision samt Spesen einstreichen zu können mit dem angenehmen Nebeneffekt, nicht regelmäßig arbeiten zu müssen. Interessenkonflikte ergeben sich mitunter durch die Kollision mit der Kriminalpolizei, die wie Schmitt dieselben Spuren untersucht, zuweilen die falschen oder die richtigen Schlüsse zu spät zieht und die sich dabei immer wieder in die Quere kommen.

Im dritten Band thematisiert Klimanski die Sparzwänge der städtischen Kulturpolitik, die – wie heutzutage ja häufig – ehrgeizige Politiker entweder tatsächlich vorfinden, empfinden oder gar konstruieren, um hierdurch kurz- und mittelfristig freiwerdende Mittel anderen Verwendungszwecken zuzuführen. Konkret ist geplant, das philharmonische Orchester der Stadt abzuwickeln und stattdessen ein – wesentlich kleineres und personell neu aufgestelltes – Ensemble für Neue Musik samt einer Stadtkomponistin zu installieren. Die marktwirtschaftlich ausgerichtete Neustrukturierung, im Anschub finanziert von einer ortsansässigen Mäzenin zwingt die involvierten Charaktere aus Stadtverwaltung, Orchester und einem Versicherungskonzern zu äußerst kreativen Verfahrensweisen, wobei die zunächst harmloseren Instrumentendiebstähle den Privatdetektiv Schmitt ins Spiel bringen. Dieser gerät recht schnell in den Strudel weitaus dramatischerer Ereignisse, ausgelöst durch den Tod gleich mehrerer Beteiligter. Schmitts Neugier ist geweckt und mit der bewährten Unterstützung seiner Ex-Frau, der Musikwissenschaftlerin Dr. Susanne Mälis spürt er vermeintliche oder echte Zusammenhänge auf und findet am Ende den wahren Täter, wobei hier – wie in den beiden Fällen zuvor – sowohl der pekuniäre als auch der persönliche Erfolg des Helden in fragwürdigem Lichte erscheinen.

Der Autor eröffnet interessante Nebenschauplätze, die im rechtsnationalen Milieu Finnlands, im großbürgerlichen Ambiente einer steinreich verwitweten Nudelfabrikantin oder im Dark Net mit seinen obskuren virtuellen Briefkästen angesiedelt sind. Die Befindlichkeiten der involvierten Handlungsbeteiligten schildert er empathisch, humorvoll und mitunter sehr plastisch. Er formuliert durchaus flüssig und unterhaltsam, die Wortwahl ist, passend zu Person oder Schauplatz, fantasievoll bis schnoddrig …

Die diversen Handlungsebenen sind lose verknüpft, im Gegensatz zum zweiten Roman eher linear als mehrschichtig dargestellt, was aber nicht unbedingt stören muss, zumal der Autor durchaus Spannung aufzubauen versteht. Manche Längen hätte das Lektorat den Lesern ersparen können, z. B. ist die kenntnisreich und ausführlich dargestellte Geschichte Finnlands nur unwesentlich für den Verlauf der Handlung und hätte dringend einer Straffung bedurft. Angenehm ist eine Tafel der dramatis personae am Ende des Bandes, ansonsten würde der Leser den Überblick angesichts der handelnden Personen verlieren. Insgesamt ist der Krimi gut les- bzw. im obigen Sinne „konsumierbar“ und zeugt von der administrativen und betriebswirtschaftlichen Kompetenz des Autors und seinem Willen zu detailgenauer Schilderung. Der Qualitätsunterschied zum zweiten Band ist dennoch offensichtlich, es scheint, als sei der Autor einem objektiv vorhandenen oder auch realen Zeitdruck erlegen. Das Buch wirkt schneller und weniger sorgfältig hingeworfen, als der (hier nicht besprochene erste und) der Vorläuferband … Zum Glück darf man diesen Krimi … auch als Satire lesen, denn das – so unterstellt es die Rezensentin – anvisierte Publikum müsste ansonsten ob des finsteren Milieus und seiner Handlungsbevollmächtigten an seinem Lieblingssujet, der Kultur, verzweifeln. Die Schaffung alternativer Fakten wäre demzufolge nur der satirischen Form geschuldet und nicht den tatsächlich und in extenso geschilderten zweifelhaften Praktiken handelnder Eliten …

 

Leserunden-Rezensionen bei Lovelybooks im Februar/März 2018

„Ein höchst interessanter und vielversprechender Krimi“ animsle 1510

„Klimanskis dritter Fall ist eine wirklich gute Geschichte. Es wird viel Hintergrundwissen vermittelt, speziell zu Finnland und auch zur Musikszene. Beeindruckend  beschreibt er die Ermittlungsarbeit des Privatermittlers Schmitt, der so manche Probleme im privaten wie im beruflichen durchlebt. Da er mit dem Kommissar Ringwald befreundet ist, unterstützen sich die beiden bei ihren jeweiligen Ermittlungen und selbst Schmitts Ex-Frau nimmt eine wichtige Rolle im Buch ein. Tatsächlich bleibt die Spannung bis ganz zum Schluss erhalten und man rätselt: Wer steckt hinter all den Vorfällen, den Morden und den Versicherungsbetrügereien. Echt schade, dass dies der letzte Fall von Schmitt ist. Ich würde mir liebend gerne eine Fortsetzung wünschen.“

5 Punkte

 

„Gelungener Abschluss einer Krimireihe“                             Vampir 989

„Dies ist der letzte Teil einer Krimireihe mit Ermittler Schmitt. Das Buch kann aber auch ohne Vorkenntnisse aus den Vorgängern gelesen werden.  Und wieder einmal hat es Manfred Klimanski geschafft, mich in den Bann zu ziehen. Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht und flüssig. Die Seiten flogen nur so dahin und ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen. Die Protagonisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen. Besonders den Ermittler Schmitt habe ich gleich wieder in mein Herz geschlossen. Aber auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen und waren interessant. Ich habe Schmitt bei seinen Ermittlungen begleitet und dabei viele spannende Momente erlebt. Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich direkt im Geschehen dabei. Ich habe mitgefiebert und mitgebangt. Der Autor hat es ebenfalls geschafft, etwas Humor in die Geschichte einzubauen. In einigen Situationen habe ich mich köstlich amüsiert. Es gab manche unvorhergesehene Wendung und so wurde es nie langweilig. Ein tolles Ende! Und damit ein gelungener Abschluss für einen faszinierenden Krimi.“

5 Punkte

 

Auf den ersten Blick ein einfacher Fall                          classique

„Schmitts letzter Fall ist vom Schreibstil wie die zwei Vorgänger. Das Cover ist passend zur Trilogie und auch zum Inhalt des dritten Teils. Ein vermeindlich leichter Fall wird für Schmitt noch einmal zur Herausforderung.

4 Punkte !

 

Pixibuch

„Der Autor lässt uns öfter in die Irre laufen, bis man am Ende die Lösung parat hat, die sehr überrascht. Auch in diesem Buch kommt der Hauptkommissar Ringwald sowie Ringwalds geschiedene Frau Mälis vor. Nur für Schmitt selbst endet dieser dritte und letzte Band nicht ganz zur Zufriedenheit.

Ein sehr interessanter Krimi, teilweise mit Ironie gewürzt, schließt die Geschichte um die Stadt Ostratal sehr zu meinem Bedauern.“

5 Punkte

 

 

 

 

 

 

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