Rezension im „FORUM MUSIKBIBLIOTHEK“ Nr. 1/2016, März 2016

Der Privatdetektiv Schmitt im Krimi von Manfred Klimanski, dem pensionierten Kanzler der Hochschule für Musik Freiburg, ermittelt bereits zum zweiten Mal. Schauplatz ist die fiktive Stadt Ostratal im Süden Deutschlands, eine 300.000 Einwohner zählende Großstadt mit entsprechender kultureller, politischer und gesellschaftlicher Infrastruktur, die eigens für den Plot konstruiert wurde und keine Rückschlüsse auf etwaige tatsächliche Örtlichkeiten zulässt. Schmitt ist ein ziemlich abgerissener und – wie man dem Titel entnehmen kann – letztlich unglücklicher (wenn auch nicht ganz erfolgloser) Ermittler, dessen Sturz am Ende doppelte Bedeutung zukommt. Seine Exgattin ist eine Karrierefrau. Als Inhaberin eines Lehrstuhls für Musikwissenschaft an der Universität ist sie auch mit fachlichem Hintergrundwissen ausgestattet, das sie ihrem ehemaligen Mann im Hinblick auf die Aufträge, die sie ihm aus alter Verbundenheit verschafft, uneigennützig zur Verfügung stellt.

Der Kriminalfall ereignet sich im Umfeld eines Streichquartett-Wettbewerbs, den die Stadt Ostratal ausrichtet, wobei einer der Hauptsponsoren unauffindbar abhanden kommt. Dieser gehört zu den Honoratioren der Stadt, ist politisch und gesellschaftlich bestens vernetzt und tut sich als Gutmensch und Mäzen vor allem in kultureller Hinsicht hervor. Die Tarnung gelingt hervorragend, seine gleichwohl im Übermaß vorhandene kriminelle Energie investiert er in dubiose Finanzgeschäfte, Aktivitäten im Rotlichtmilieu und mafiöse Unternehmungen. Diese konnte er bislang hinter der Fassade der Wohlanständigkeit verbergen – bis er spurlos verschwindet und der Wettbewerb gefährdet scheint. Der Leser erfährt im Zuge der Ermittlungen und durch eingefügte Rückblenden von der dunklen Vergangenheit dieses Mannes, der sich mithilfe seiner Skrupellosigkeit, seiner emotionalen Geschmeidigkeit und Tüchtigkeit ein beispiellos erfolgreiches Geschäftsmodell erarbeitet hat, das ihn letztlich das Leben kostet. Die Gestalten, die in diesem Krimi vorkommen, sind – verglichen mit denen des oben besprochenen Romans – weniger zahlreich und ungleich unsympathischer: die einen, weil sie keinerlei Gewissen haben, die anderen, weil sie eitel und verlogen und nur auf ihren Vorteil bedacht sind. Auch hier sterben mehrere Menschen, das Klima ist gleichwohl sehr viel rauer, und die straffällig gewordenen Akteure rekrutieren sich aus dem Bereich der organisierten Schwerkriminalität, der ukrainischen Mafia und der Schlägertypen aus Amüsierbetrieben. Manfred Klimanski formuliert versiert und abwechslungsreich und überzeugt durch kulturelles und verfahrenstechnisches Hintergrundwissen. Einigermaßen fassungslos macht seine kenntnisreiche und detailgenaue Darstellung der komplizierten Finanzierungsstrategien in der Kulturverwaltung, die er – so man ihm ja nicht praktisches Erfahrungswissen aus seiner beruflichen Vergangenheit unterstellen möchte – mindestens hervorragend recherchiert und ebenso plausibel geschildert hat. Obwohl man Schmitts tiefer Fall nicht zuletzt aufgrund der wirklich spannenden Handlung eher dem Genre eines Thrillers zurechnen würde, kommt es dem Autor nicht nur auf den Plot und möglichst viel Action an, sondern er bleibt bei seinen Figuren. Er schildert Bewusstseinszustände, Motive und Befindlichkeiten seiner Akteure, treibt aber dennoch die Handlung vorwärts durch Schauplatzwechsel und unterschiedliche Aktionszusammenhänge. Auch hier überrascht der Schluss, den man als Leser anders erwartet.

Beide Titel habe ich mit Vergnügen gelesen. ………. Beide Verfasser bleiben auf ihre Art dem Thema treu und verfolgen stringent und logisch ihre Handlungsstränge. Die unterschiedlichen Beziehungsebenen machen die Romane mehrdimensional und nötigen dem Leser Konzentration ab. Der Humor kommt nicht zu kurz, wenn er auch in Schmitts tiefer Fall etwas deftiger ist. Als kleine Kritik am Rande sei vermerkt, dass bei literarischen Krimis ein sorgfältigeres Lektorat im Hinblick auf Druckfehler angebracht gewesen wäre. ………. Wie auch immer – die Lektüre ist lohnenswert und die Bücher sind sicher nicht nur für Musikbibliothekare, Musikausübende und -kenner ein passendes Geschenk.

Claudia Niebel

 

Rezensionen bei Amazon:

„Der neue Ostrataler Krimi noch spannender als der erste. Ein unbedingtes Muss für jeden Krimifreund. Wieder mit einem überraschenden Ausgang für den Antihelden Schmitt.“ Heinz Sturm

5 Sterne

„Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Erstling – gut aufgebaut und mit einem überraschenden Ende. Wir können gespannt auf den dritten Band warten!“ Dr. Hermann Becke

5 Sterne

„Spannender Krimi mit sehr ironischen, feinsinnigen Kommentaren über die sogenannte „feine Gesellschaft“. Überraschendes Ende. Der Schreibstil hat sich im Vergleich zum ersten Teil der Trilogie noch deutlich verbessert.  Das Lesen dieses Krimis macht einfach Spaß.“ Irene Haas

5 Sterne

Manfred Klimanski formuliert versiert und abwechslungsreich und überzeugt durch kulturelles und verfahrenstechnisches Hintergrundwissen. Obwohl man sein Buch nicht zuletzt aufgrund der wirklich spannenden Handlung eher dem Genre eines Thrillers zurechnen würde, kommt es dem Autor offensichtlich nicht nur auf den Plot und möglichst viel Action an, sondern er bleibt bei seinen Figuren. Er schildert Bewusstseinszustände, Motive und Befindlichkeiten seiner Akteure, treibt aber dennoch die Handlung vorwärts durch Schauplatzwechsel und unterschiedliche Aktionszusammenhänge. Der Schluss überrascht: Den hatte man las Leser anders erwartet.

5 Sterne

 

 

Badische Zeitung, 23. September 2015:

Malia 2

 

 

 

„Classique“ auf Lovelybooks 14.9.17

„Ein solider Krimi, der gut anfängt und dann etwas abschwächt bzw. etwas langatmig auf mich gewirkt hat. Nichtsdestrotrotz hat mir der Schreibstil und die ‚Form‘ , wie die Geschichte erzählt wird, gefallen.“ Gute 3 Sterne (von 5 möglichen)

 

Vampir989 auf Lovelybooks 6.10.17

„Klimanski schildert mit viel Sachkenntnis die heterogene Bildungsbürgerschicht einer kleinen Großstadt, den Musikbetrieb und auf liebenswerte und humorvolle Art die streichende Zunft der Musiker, ohne die Spannung zu vernachlässigen. Besonders bemerkenswert ist ein Ausflug nach Odessa, wo alles anfing.“ 5 Sterne (von 5 möglichen)

Detaillierter auf:  www.lovelybooks.de/mitglied/vampir989/rezensionen

 

Angel1843 auf Lovelybooks 3.4.18

„Als Schmitt von gleich drei Personen mit dem gleichen Auftrag betraut wird, begibt er sich in die Tiefen des Ostrataler Rotlichtmilieus. Schnell stellt er fest, dass der Vermisste tiefer in der örtlichen Mafia steckt als vorher erkenntlich. Schmitt jedoch schafft es, die Intrigen aufzudecken und seinem eigentlichen Klienten zu seinem kleinen Recht zu verhelfen.

Ich finde es interessant, dass Schmitt die Auftraggeber, die alle hinter dem Gleichen her sind (bis auf den jungen Radenko, dem er wirklich helfen will) gegeneinander ausspielt. Aber auch, dass er sich trotz seiner Scheidung von Mälis helfen lässt, um die Wahrheit über den eigentlichen Hintergrund der Sache zu erfahren.

Die Geschichte hat vom Anfang bis zum Ende keinen Spannungsverlust, sondern lässt mitfiebern, wann wer was gemacht hat. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht mit Schmitt …“  4 Sterne (von 5 möglichen)